„Jacobi-Engel” ist restauriert

Bürgermeister Klaus Pipke sowie der Vorsitzende des VVV, Gerhard Dohlen, präsentieren den restaurierten Engel ...

Bürgermeister Klaus Pipke sowie der Vorsitzende des VVV, Gerhard Dohlen, präsentieren den restaurierten Engel ...

... der nun als sehenswertes und herausragendes Denkmal wieder weiterhin sichtbar ist.

... der nun als sehenswertes und herausragendes Denkmal wieder weiterhin sichtbar ist.

Steinmetz Edmund Heller (r.) und Metallrestaurator Alexander Justen bei der Montage des Engels einige Tage vor der offiziellen Präsentation

Steinmetz Edmund Heller (r.) und Metallrestaurator Alexander Justen bei der Montage des Engels einige Tage vor der offiziellen Präsentation

(30.03.2017, dmg) Der Engel der ehemaligen Grabstelle Jacobi auf dem denkmalgeschützten Friedhof Steinstraße ist nach aufwändiger Restaurierung zurück an Ort und Stelle und auf seinem hohen Sockel und mit seinen großen Flügeln ein beeindruckender Anblick. Die Kosten haben zu einem Teil die Stadt, in der Hauptsache aber mehrere Spender getragen, vor allem der Verkehrs- und Verschönerungsverein Hennef (VVV). Der hat immerhin 15.232 der Gesamtkosten von 31.465,98 Euro beigesteuert. Am 16. März haben Steinmetz Edmund Heller und Metallrestaurator Alexander Justen die lebensgroße Figur wieder auf dem Grabsockel platziert.

Die Grabstätte ist heute eines von vier städtischen Gemeinschaftsgräbern für Urnenbestattungen, bei der mit der Friedhofsgebühr – 1.910 Euro für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren – auch der gesamte Aufwand für Unterhaltungspflege der Grabanlage abgedeckt ist. Auf diese Weise wird die Grabanlage nicht nur für die Nachwelt erhalten, sondern die Stadt trägt dem vielfachen Wunsch nach pflegefreien und dennoch stilvollen Begräbnisarten Rechnung. 

Die Geschichte der Grabstätte

Das Grabmal mit dem Engel wurde 1906 errichtet. Die Grabstätte diente bis 1960 als Familiengrab der Familien Hammerschmidt und Jacobi. Der Engel ist aus Metall und weist eine technische Besonderheit auf: Es handelt sich um eine Kupfergalvanoplastik. Führender Hersteller für diese Art Plastiken war die Firma Würtembergische Metallwarenfabrik Geislingen, heute noch bekannt unter dem Namen WMF, die 1890 gegründet wurde. Bei der hier eingesetzten Galvanotechnik wurde um eine Gipsfigur durch Galvanisierung eine Kupferschicht aufgezogen. Trotz damaliger Produktion in höherer Stückzahl, sind heute leider nur noch wenige der Figuren erhalten. Mit dem Werkstoff Metall war die Familie Jacob ebenfalls verbunden: In der von Johann Friedrich Jacobi 1879 gegründeten Eisengießerei in Hennef wurden Landmaschinen hergestellt. Die Ruhestätte der Familie ist also mit der Hennefer Industriegeschichte des 19. Jahrhunderts verbunden und repräsentiert einen bedeutenden Abschnitt der Hennefer Stadtgeschichte. Johann Friedrich Jacobi war außerdem Gründungsmitglied des VVV.

Vor rund fünf Jahren hat die Familie Jacobi die Grabstätte in die Obhut der Stadt Hennef übergeben, die dieses Denkmal nun betreut und pflegt. Nach über 100 Jahren musste die Grabstelle samt Engel dringend restauriert werden. Die auf der Rückseite des Engels ursprünglich vorhandenen Flügel waren verloren gegangen, durch die entstandenen Risse drang Wasser in die Figur und schädigten den Kern. Die Kosten für die Restaurierung nur der Figur des Engels betrugen 10.829 Euro, die Herstellung der Flügel kostet noch einmal 15.232 Euro, die Restaurierung des Sockels und der Einfassung 5.404,98 Euro, zusammen also 31.465,98 Euro. Neben dem VVV haben unter anderem Brigitte Wiemers und Dr. Berti Lund – beide geborene Jacobi – eine Spende geleistet. Insgesamt kam durch Spenden ein Betrag in Höhe von 28.232 Euro zusammen, der fehlende Betrag von 3.233,98 Euro kam dann aus dem Haushalt der Stadt.

„Ich freue mich“, so Bürgermeister Klaus Pipke bei der Präsentation des restaurierten Engels, „dass wir dieses bedeutende Grabdenkmal nun wieder in einem so schönen Zustand sehen. Es ist auf dem Friedhof weithin sichtbar und ein wichtiges Zeugnis der Industriegeschichte Hennefs. Ich danke dem VVV und allen anderen Spendern herzlich. Und im Namen der Spender danke ich Edmund Heller und Alexander Justen für die hervorragende Arbeit.“




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