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Berührendes Kunstwerk erinnert an die Ermordung der Hennefer Juden

Heinrich Kneip erläutert sein Werk. Bürgermeister Klaus Pipke und Hennefer Schülerinnen und Schüler hören zu

Heinrich Kneip erläutert sein Werk. Bürgermeister Klaus Pipke und Hennefer Schülerinnen und Schüler hören zu

(10.01.2018, dmg) Kurz nach dem Bau des neuen Hennefer Rathauses (1999) wurde auf einer Freifläche in der ersten Etage auf Initiative des Hennefer Bürgers Heinrich Kneip eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die ermordeten Hennefer Juden und die Zerstörung der Synagoge eingerichtet. Heinrich Kneip hat die Gedenkstätte nun mit einem Werk ergänzt, das dort für einige Wochen zunächst bis Karneval gezeigt wird. (Öffnungszeiten des Rathauses: Mo-Mi 8-16 Uhr, Do 8-17.30 Uhr, Fr 8-12 Uhr.)

Dauerhaft zu sehen sind in der Gedenkstätte Modelle der Synagoge und des Thoraschreins der Synagoge, eine Stele mit einem Originalstein der Synagoge, eine Menora, Bronzeskulpturen, Fotos des Inneren sowie der zerstörten Synagoge und eine Tafel mit Namen der verfolgten und ermordeten Juden. Hinzu kommt nun ein weiteres Modell: das Reliefmodell des Ortes der Vernichtung, jedoch nicht als naturgetreue Nachbildung, sondern als Kunstwerk, das das Grauen deutlich macht und die Erinnerung an die Ermordung wachhält. Ein großer Teil der während des „Dritten Reiches“ ermordeten Hennefer Juden wurde in Malyj Trostenez (heute Weißrussland) getötet. Das Modell zeigt die Gruben und Verbrennungsstätten, die Opfer werden durch Bäume symbolisiert. Heinrich Kneip hat damit ein berührendes Kunstwerk geschaffen, das im Vorfeld zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) noch einmal dazu anregen soll, sich mit dem Schicksal der Hennefer Juden und der Ungeheuerlichkeit der damaligen Ereignisse auseinanderzusetzen.

„Die ganze Dramatik,“ so Bürgermeister Klaus Pipke anlässlich der Präsentation des Werkes, „die Unerbittlichkeit der Vernichtungsmaschinerie wird nur ganz klar, wenn man auch auf das Ende blickt und sich deutlich macht, wo und wie die hasserfüllte Politik der Nazis buchstäblich endete und was sie für die Opfer bedeutete.“

80 Jahre Reichspogromnacht

2018 jährt sich die Reichspogromnacht zum 80sten Mal: Am 10. November 1938 wurde auch die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Hennef-Geistingen zerstört und bis auf die Grundmauern niedergebrannt – damals lebten noch rund 60 Juden in Hennef. Die männlichen Juden der Gemeinde wurden verhaftet. In den Folgejahren wurden die Hennefer Juden wie alle Juden in Deutschland von den Nationalsozialisten erkennbar planvoll gejagt und deportiert, bis der damalige Hennefer Bürgermeister Naas 1942 in den Akten beschönigend vermerken konnte: „Inzwischen sind alle Juden nach dem Osten evakuiert worden.“ 1943 schändeten unbekannte Täter zudem den jüdischen Friedhof, warfen die Grabsteine um und beschädigten sie zum Teil massiv. 

1979 errichtet die Stadt Hennef einen Gedenkstein unterhalb der Mauerreste der Synagoge, 1986 folgt ein Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof. Seit 2001 kann man im Rathausneubau eine Dauerausstellung besuchen, die an die Geschichte der jüdischen Gemeinde Hennef-Geistingen und die Synagoge erinnert. Im Zuge der Veranstaltungsreihe „70 Jahre Zerstörung Synagoge Geistingen“ wurde 2008 eine weitere Gedenkplatte mit Namen ermordeter Hennefer Juden an der Synagoge enthüllt. Die darauf wiedergegebenen Namen gehen zurück auf ein Forschungsprojekt von Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Hennef, die außerdem für die Herstellung der Gedenkplatte Geld gesammelt hatten.

Zudem sind in Hennef-Geistingen mehrfach Stolpersteine an den letzten selbst gewählten Wohnorten von Jüdinnen und Juden verlegt worden, so 2005 auf Initiative des Ökumenekreises der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden drei Steine, auf Initiative einer Schulklasse des Städtischen Gymnasiums Hennef im Jahr 2010 zwei weitere, sowie 2013 zwölf weitere erneut auf Initiative des Ökumenekreises in enger Zusammenarbeit mit dem Archiv der Stadt.

Hintergrund: Malyj Trostenez

Malyj Trostenez war der größte Vernichtungsort in Weißrussland während der deutschen Besatzungszeit von 1941 bis 1944. Zwischen 50 000 und 206 500 Menschen wurden getötet, verscharrt, später exhumiert und verbrannt. 1941 und 1942 wurden mehr als 22 000 deutsche Bürger mit jüdischen Wurzeln nach Minsk und Trostenez deportiert. Sie hatten die Illusion, dass die nationalsozialistische Führung ihnen dort die Möglichkeit geben würde, eine neue Existenz aufzubauen. In Minsk angekommen wurde die Mehrzahl der Deportierten jedoch sofort getötet und in Gruben verscharrt. Von 1941 bis 1942 gingen die Deportationszüge von Berlin, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Wien und Theresienstadt ab. (Quelle und weitere Informationen: https://ibb-d.de/erinnern/gedenkstaette-trostenez.

Hinweis: Das NS-Dokumentationszentrum in Köln zeigt noch bis zum bis zum 18. Februar die Ausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“; EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25, http://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum.




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